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	<title>Christiane Bender</title>
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	<description>Prof. Dr. rer. pol. habil. Dr. phil. Dipl. Soz.</description>
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		<title>Am Ende des Thomas-Mann-Jahres 2025</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bender]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2025 12:21:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Ungekürzter Beitrag aus Forschung &#38; Lehre 12/25, S. 55 Die literarische Welt drehte sich im ablaufenden Jahr um Thomas Mann. Am 6. Juni konnten wir seines 150. Geburtstags und am 12. August seines 70. Todestags gedenken. Viele Neuerscheinungen der Verlage luden ein, uns erneut mit seinem Werk zu befassen, in dem die großen Themen der &#8230; <a href="https://christianebender.eu/am-ende-des-thomas-mann-jahres-2025/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Am Ende des Thomas-Mann-Jahres 2025“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ungekürzter Beitrag aus <em>Forschung &amp; Lehre</em> 12/25, S. 55</strong></p>
<p><a href="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Thomas_Mann_1929-web.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-1702" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Thomas_Mann_1929-web.jpg" alt="Thomas Mann" width="188" height="282" srcset="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Thomas_Mann_1929-web.jpg 464w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Thomas_Mann_1929-web-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 188px) 85vw, 188px" /></a>Die literarische Welt drehte sich im ablaufenden Jahr um Thomas Mann. Am 6. Juni konnten wir seines 150. Geburtstags und am 12. August seines 70. Todestags gedenken. Viele Neuerscheinungen der Verlage luden ein, uns erneut mit seinem Werk zu befassen, in dem die großen Themen der menschlichen Existenz behandelt werden; denn der Zauberer, wie ihn seine Kinder nannten, führt uns die Freuden und Leiden seiner Figuren in dem Zwischenbereich von Ewigkeitsversprechen und unausweichlicher Zeitbedingtheit, von Tragik und Komik, von Liebe, Leben, Krankheit und Tod, der Vergänglichkeit des Einzelnen und dem Überdauern von Religion, Kunst und Musik (so in Doktor Faustus, 1947) vor Augen.</p>
<p>Das Vermächtnis des Literaturnobelpreisträgers von 1919 kommt uns in diesem Jahr besonders nahe: Es geht darin durchweg um Schilderungen der Vorboten eines gravierenden Wandels der Lebensverhältnisse, ja sogar eines weltweiten Epochenbruchs; auch wir Heutigen können in unserer Gegenwart solche bedrohlichen Hinweise erkennen. In den „Buddenbrooks“ (1901) steht die sich über mehrere Generationen abzeichnende Erosion der bürgerlich-sittlichen Lebensform einer Familie innerhalb der Lübecker Stadtgesellschaft im Mittelpunkt; in „Der Tod in Venedig“ (1911) wird der schöne Schein der Normalität politisch oktroyiert aufrechterhalten, um die grassierende Cholera in der Lagunenstadt zu verleugnen. Aschenbach, der alternde liebessüchtige Schriftsteller, verdrängt die Symptome der zunehmenden „Entsittlichung“ vor Ort und einer „nicht zu hemmende(n) Neigung der Welt, sich ins Sonderbare und Fratzenhafte zu entstellen“ und muss dafür bezahlen, zunächst mit dem Verlust seiner Würde und dann mit seinem Leben; in „Unordnung und frühes Leid“ (1925) bestimmen die Anzeichen eines rapiden Werte-, Autoritäts- und Ordnungswandels mit ungewissem Ausgang den Alltag einer Münchner Familie und ihrer Kreise, die den Vater und Geschichtsprofessor ironisch und zugleich besorgt, gelegentlich zuversichtlich, dann wieder resignativ zum Nachdenken bringen, wobei die Irritationen des Autors an seinem krisengeschüttelten Wohnort während der Weimarer Republik einfließen; schon bald, in „Mario und der Zauberer“ (1930), beschreibt Thomas Mann, wie sich in einem italienischen Urlaubsort der Faschismus mit Mitteln der Entmündigung der Menschen durch Massensuggestion verbreitet.</p>
<p><span id="more-1726"></span>Nicht von ungefähr erhielt der voluminöse Roman „Der Zauberberg“ in diesem Jahr die größte Aufmerksamkeit. Im Davoser Sanatorium erleben Patienten, darunter vor allem Hans Castorp, dass ihre Sehnsucht, die Grundsätze der Humanität neu zu durchdenken, letztlich hilflos bleibt. Auch dort zerfallen die Sitten, das drohende Unheil lässt sich nicht abwenden, die Flucht davor bringt kein Heil, nur Aufschub. Thomas Mann begann im Jahr 1913, fußend auf eigenen Beobachtungen während des Sanatoriumsaufenthalts seiner Frau, die Geschichte auszuarbeiten und vollendete sie 1924. Im Vorsatz erläutert er, dass „sie vor einer gewissen, Leben und Bewusstsein tief zerklüftenden Wende und Grenze spielt… Sie spielt, oder, um jedes Präsens geflissentlich zu vermeiden, sie spielte und hat gespielt vor dem großen Kriege, mit dessen Beginn so vieles begann, was zu beginnen wohl kaum schon aufgehört hat.“ Bei der Lektüre sehen wir uns plötzlich mit der Frage nach unserer Zukunft konfrontiert, ob auch wir Zeugen von etwas Bedrohlichem geworden sind, was schon längst begonnen hat und was zu beginnen noch lange nicht aufhören wird.</p>
<p>Hier mag der Einwand erhoben werden, dass das digitale Universum uns Heutige mit den Zugängen zum Weltwissen ausstattet, dessen Eindeutigkeit, Klarheit und Kausalität zur Erklärung unserer Gegenwart ausreiche, da brauche es doch keine Literatur und schon gar nicht von einem Autor, der beim Lesen so viel Konzentration abverlangt. Jedoch, wie Thomas Mann immer wieder in seinem Werk deutlich macht, entsprechen Menschen nicht leblosen Konstrukten, sie existieren für ihn vielmehr in „geistigen Bezirken“, in Zwischenbereichen, in denen die Geschehnisse ambivalent werden und zur Orientierung der Menschen gleichermaßen Gefühl und Verstand herausfordern, die oftmals verschiedene Wege gehen wollen. Während die Einzelnen noch mit sich beschäftigt sind, verändern sich die Verhältnisse allmählich bedrohlich, bis es den Individuen dann endgültig verwehrt wird, ihren persönlichen Kompromiss mit sich und ihren Mitmenschen zu leben. Er empfiehlt daher, dass „der Leser“ seine Romanfiguren als „wirkliche Menschen erlebt, deren er sich wie wirklich gemachte Bekanntschaften erinnert“. Das hilft. Thomas Mann hat uns über die Verwerfungen seiner Zeit ein äußerst facettenreiches Bild hinterlassen, das unsere Sensibilität und Wachsamkeit gegenüber uns selbst und den vielen gegenwärtigen Bedrohungen von Frieden und Freiheit erhöht.</p>
<p>Christiane Bender ist Professorin (im Ruhestand) für Allgemeine Soziologie, Universität der Bundeswehr Hamburg. 2025 erschien „Miquelallee 1979“ (Königshausen &amp; Neumann).</p>
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		<title>Handbuch Politische Soziologie</title>
		<link>https://christianebender.eu/handbuch-politische-soziologie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[bender]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2025 08:38:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[In diesem gedankenschweren Buchmonument von 1077 Seiten habe ich meinen Lieblingsklassikern Platon, Aristoteles, Athusius, Rousseau und Hegel kleine schriftliche Denkmäler gesetzt. Stehen wir Zwerge, wie behauptet wird, auf den Schultern dieser Riesen, oder fallen  wir schon wieder herunter? Aus der Verlagsankündigung: Das Handbuch bietet erstmals einen aktuellen und umfassenden Überblick über Forschungsstand und Problembezüge der &#8230; <a href="https://christianebender.eu/handbuch-politische-soziologie/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Handbuch Politische Soziologie“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="width: 312px; float: left; margin-right: 1em;"><a href="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Cover-Politische-Soziologie.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-1711" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Cover-Politische-Soziologie.jpg" alt="Handbuch Politische Soziologie, 2025 Nomos, Baden-Baden" width="312" height="465" srcset="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Cover-Politische-Soziologie.jpg 468w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Cover-Politische-Soziologie-201x300.jpg 201w" sizes="(max-width: 312px) 85vw, 312px" /></a></div>
<p style="margin-left: 1em;">In diesem gedankenschweren Buchmonument von 1077 Seiten habe ich meinen Lieblingsklassikern Platon, Aristoteles, Athusius, Rousseau und Hegel kleine schriftliche Denkmäler gesetzt.</p>
<p><em>Stehen wir Zwerge, wie behauptet wird, auf den Schultern dieser Riesen, oder fallen  wir schon wieder herunter?</em></p>
<p style="clear: both;"><span id="more-1710"></span>Aus der Verlagsankündigung:</p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>Das Handbuch bietet erstmals einen aktuellen und umfassenden Überblick über Forschungsstand und Problembezüge der deutschsprachigen wie internationalen Politischen Soziologie. Die Beiträge des Handbuchs sind in sechs Abschnitte gegliedert: Den Auftakt bilden Ortsbestimmungen der Politischen Soziologie, an die sich Darstellungen klassischen politisch-theoretischen und -philosophischen Denkens sowie gegenwärtiger Ansätze politisch-soziologischer Forschung anschließen. Über Methoden und Forschungsfelder der Politischen Soziologie informieren die folgenden Kapitel. Interdisziplinäre Verortungen politisch-soziologischer Forschung runden den Band ab. Das Handbuch versammelt Beiträge von ausgewiesenen Expertinnen und Experten und dient Studierenden und Forschenden in Soziologie und Politikwissenschaft als zuverlässiges Nachschlagewerk.</em></p>
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<div class="container flex flex-col md:flex-row flex-wrap my-6 font-bold px-0 mt-0 lg:mt-0 product text-3xl md:flex-col md:mt-10 md:mb-3 lg:col-span-2 font-thin">
<h3 class="text-gray-900 page-title title-font"><span class="base" data-ui-id="page-title-wrapper">Politische Soziologie</span></h3>
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<div class="product attribute editors"><span class="value">Herausgegeben von <a title="Zu den Produkten von Prof. Dr. Martin Endreß" href="https://www.nomos-shop.de/de/catalogsearch/result/?q=Prof.+Dr.+Martin+Endre%C3%9F" rel="nofollow"> Prof. Dr. Martin Endreß</a>, <a title="Zu den Produkten von Dr. Benjamin Rampp" href="https://www.nomos-shop.de/de/catalogsearch/result/?q=Dr.+Benjamin+Rampp" rel="nofollow"> Dr. Benjamin Rampp</a></span></div>
<div class="attribute product publication-info">Nomos, 1. Auflage 2025, 1077 Seiten</div>
<div class="product attribute series"><span class="type">Das Werk ist Teil der Reihe </span> <span class="value"> <a title="Das Werk ist Teil der Reihe NomosHandbuch | NomosHandbook" href="https://www.nomos-shop.de/de/p/politische-soziologie-gr-978-3-8487-4836-5" target="_blank" rel="nofollow noopener">NomosHandbuch | NomosHandbook</a></span></div>
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<div class="product attribute series">Buch, <span class="price-container price-final_price tax"> <span id="product-price-131288-1" class="price-wrapper font-semibold text-base" data-price-amount="149" data-price-type="finalPrice"> <span class="price">149,00 €</span></span>, </span>ISBN 978-3-8487-4836-5</div>
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<p class="product-item-name font-semibold text-base">eBook, <span class="price-container price-final_price tax"> <span id="product-price-131288-1" class="price-wrapper font-semibold text-base" data-price-amount="149" data-price-type="finalPrice"> <span class="price">149,00 €</span></span>, </span>ISBN 978-3-8452-9054-6</p>
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		<title>Lesung auf einer Veranstaltung von NordBuch e. V.</title>
		<link>https://christianebender.eu/rede-anlaesslich-des-zu-ende-gehenden-thomas-mann-jahres-lesung-in-kiel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[bender]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Nov 2025 19:28:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 26.10.2025 habe ich meine Lesung mit einer kurzen Erinnerung an das Thomas-Mann-Jahr begonnen und danach Passagen aus „Miquelallee 1979“ gelesen, die sich mit einem Vergleich zweier literarischer Figuren befassen, Ulrich aus Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ und Hans Castorp aus Thomas Manns „Der Zauberberg“. Liebe Frau Mirus-Broer, liebe Anwesende, bevor ich aus meinem &#8230; <a href="https://christianebender.eu/rede-anlaesslich-des-zu-ende-gehenden-thomas-mann-jahres-lesung-in-kiel/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Lesung auf einer Veranstaltung von NordBuch e. V.“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="small-15 large-10 columns">
<p>Am 26.10.2025 habe ich meine Lesung mit einer kurzen Erinnerung an das Thomas-Mann-Jahr begonnen und danach Passagen aus „Miquelallee 1979“ gelesen, die sich mit einem Vergleich zweier literarischer Figuren befassen, Ulrich aus Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ und Hans Castorp aus Thomas Manns „Der Zauberberg“.</p>
</div>
<div style="display: none; visibility: invisible; max-height: 1px;">
<p>Liebe Frau Mirus-Broer, liebe Anwesende,</p>
<p><a href="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Thomas_Mann_1929-web.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-1702" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Thomas_Mann_1929-web.jpg" alt="Thomas Mann" width="223" height="335" srcset="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Thomas_Mann_1929-web.jpg 464w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/11/Thomas_Mann_1929-web-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 223px) 85vw, 223px" /></a>bevor ich aus meinem Buch vorlese, möchte ich auf Bitten von Frau Mirus-Broer, an das <strong>ablaufende</strong> Jahr erinnern, in dem sich die literarische Welt um Thomas Mann drehte. Am <strong>6. Juni</strong> konnten wir seines <strong>150. Geburtstags</strong> und am <strong>12. August</strong> seines <strong>70. Todestags</strong> gedenken. Neue Ausgaben, Interpretationen und Biografien erschienen, die einladen, uns dem <em>Zauberer </em>zu widmen. Das heißt: uns erneut mit seinen <strong>großen Themen der menschlichen Existenz zwischen Tragik und Komik, zwischen Liebe, Leben, Krankheit und Tod,</strong> mit der Vergänglichkeit des Einzelnen und dem Überdauern von Musik und Kunst auseinanderzusetzen. Besonders nahe kommt uns gerade in diesem Jahr sein Werk, weil es dort durchweg um Schilderungen der <strong>Vorboten eines gravierenden Wandels der Lebensverhältnisse</strong>, sogar eines <strong>Epochenbruchs</strong> geht. Wir Heutigen befürchten eine Fortsetzung solcher Entwicklungen: In den <em>Buddenbrooks</em> (1901) steht die <strong>Erosion einer bürgerlichen Lebensform</strong> über Generationen hinweg im Mittelpunkt; auch in <em>Unordnung und frühes Leid</em> (1925) <strong>zerbricht das Einverständnis</strong> in Familien- und Freundeskreisen während der Weimarer Republik;  in <em>Mario und der Zauberer</em> (1930) beschreibt der Autor, wie sich in einem italienischen Urlaubsort der <strong>Faschismus </strong>mit Mitteln der Entmündigung der Menschen durch Massensuggestion verbreitet; im Davoser Sanatorium erleben die Patienten, darunter vor allem Hans Castorp, dass ihre <strong>Sehnsucht, die Grundsätze der Humanität neu zu bestimmen</strong>, hilflos bleibt, um drohendes Unheil abzuwenden: Die Geschichte des <em>Zauberbergs</em> (1912/13 &#8211; 1924) „<em>spielt, oder, um jedes Präsens geflissentlich zu vermeiden, sie spielte und hat gespielt vor dem großen Kriege, mit dessen Beginn so vieles begann, was zu beginnen wohl kaum schon aufgehört hat</em>.“ (Vorsatz S.19) <strong>Etwa bis heute?</strong></p>
<p>Thomas Mann hat uns über die Verwerfungen seiner Zeit ein äußerst <strong>facettenreiches Bild</strong> hinterlassen.  Die nachdenkliche Lektüre seines Werkes trägt zu unserer <strong>Sensibilität und Wachsamkeit</strong> bei, sie kann uns Kraft geben, um <strong>hoffnungsvoll und klug </strong>den Bedrohungen unserer Gegenwart zu begegnen.</p>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>»Miquelallee 1979«</title>
		<link>https://christianebender.eu/miquelallee-1979/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[bender]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jun 2025 08:25:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[In Miquelallee begeben sich drei Frauen nach Enttäuschungen in der Ehe auf die Suche nach sich selbst und nach neuen Formen des Zusammenlebens. Dazu gehört der Versuch, ihre Wohngemeinschaft als modernes Matriarchat zu gestalten. Studium und die Inspirationen der universitären Lebenswelt bringen sie dem Ziel näher, ihr Unabhängigkeitsstreben beruflich abzusichern. Neben ungeahnten intellektuellen, ästhetischen und &#8230; <a href="https://christianebender.eu/miquelallee-1979/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„»Miquelallee 1979«“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Miquelallee begeben sich drei Frauen nach Enttäuschungen in der Ehe auf die Suche nach sich selbst und nach neuen Formen des Zusammenlebens. Dazu gehört der Versuch, ihre Wohngemeinschaft als modernes Matriarchat zu gestalten. Studium und die Inspirationen der universitären Lebenswelt bringen sie dem Ziel näher, ihr Unabhängigkeitsstreben beruflich abzusichern. Neben ungeahnten intellektuellen, ästhetischen und erotischen Erlebnissen bleiben jedoch Enttäuschungen, Verluste und Momente der Desillusionierung nicht aus. Die späten 1970er Jahre bilden den Hintergrund als eine Zeit des Experimentierens – jenseits radikaler Ziele – und des sich neu Erfindens einer ganzen Frauengeneration. Christiane Bender gelingt es, philosophische Ideen als Leitbilder im Alltag zu gestalten und dem Alltag mit seinen komisch-tragischen Ereignissen eine philosophische Aura zu verleihen. Frankfurt zeigt sich als offene Stadt, die Selbstsuchertum nicht nur ermöglicht, sondern geradezu herausfordert. Und so ist Miquelallee auch eine Hommage an die Stadt am Main.</p>
<p>Roman, 2025, erschienen bei <a href="https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826090790-miquelallee-1979/" target="_blank" rel="noopener">Königshausen &amp; Neumann, </a>ca. 350 Seiten, ISBN: 978-3-8260-9079-0</p>
<hr />
<h3>Rezensionen</h3>
<div><a href="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2026/01/Miquelallee-1979-FNP-2026-01-30-.pdf" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1777 size-full" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2026/01/Miquelallee-1979-FNP-2026-01-30.webp" alt="&quot;Sie erzählt von Liebe, Lärm und Chaos&quot; – Rezension des Romans &quot;Miquelallee 1979&quot; (2025) von Christiane Bender in der Frankfurter Neuen Presse, 30.01.2026" width="800" height="827" srcset="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2026/01/Miquelallee-1979-FNP-2026-01-30.webp 800w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2026/01/Miquelallee-1979-FNP-2026-01-30-290x300.webp 290w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2026/01/Miquelallee-1979-FNP-2026-01-30-768x794.webp 768w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px" /></a></div>
<p><strong>Buchvorstellung</strong> in der Frankfurter Neuen Presse vom 30.01.2026 – Eine Begegnung mit der Autorin im Café Laumer.<br />
<a href="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2026/01/Miquelallee-1979-FNP-2026-01-30-.pdf" target="_blank" rel="noopener">Den Artikel als PDF laden.</a></p>
<div><strong>Rezension</strong> von Ulrich Breth in literaturkritik.de <strong>»Modernes Matriarchat in der Mainmetropole: Christiane Benders Romandebut „Miquelallee 1979“ ist ein gelungener Rückblick auf das akademische Milieu und das Zeitgefühl der späten 1970er Jahre.«</strong></div>
<p><span id="more-1645"></span></p>
<p>Lesen Sie die vollständige Rezension <a href="/modernes-matriarchat-in-der-mainmetropole">hier</a>.</p>
<hr />
<p>Leseprobe: <strong><a href="https://christianebender.eu/lesung-aus-meinem-neuen-roman-miquelallee" target="_blank" rel="noopener">„Hauptwache“</a></strong> – Kapitel aus „Miquelallee 1979“</p>
<p><a href="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/06/Frankfurt-1979-Collage.webp"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1653 size-full" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/06/Frankfurt-1979-Collage.webp" alt="Frankfurt a. M. Ende der 70er Jahre, Collage v. M. Holfelder" width="2500" height="800" srcset="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/06/Frankfurt-1979-Collage.webp 2500w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/06/Frankfurt-1979-Collage-300x96.webp 300w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/06/Frankfurt-1979-Collage-1024x328.webp 1024w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/06/Frankfurt-1979-Collage-768x246.webp 768w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/06/Frankfurt-1979-Collage-1536x492.webp 1536w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/06/Frankfurt-1979-Collage-2048x655.webp 2048w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/06/Frankfurt-1979-Collage-1200x384.webp 1200w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<h2 class="entry-title">Hegel und der italienische Abend</h2>
<p>Lesung eines Kapitels aus einer früheren Fassung des Romans.</p>
<p class="text">Ulli ist eine Studentin, die immer und überall mitschreibt, was ihr gutaussehender Prof über Hegel zu sagen hat. Der Prof ist eine schwierige Persönlichkeit. Eine Party bei ihm zu überstehen, ist noch schwieriger als die Lektüre der „Wesenslogik“ von Hegel.</p>
<p class="text">Es lesen Ingo Abel und Petra Mayer.</p>
<div style="display: block; width: 95%;"><audio controls="controls"><source src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2021/05/1-3-Hegel-und-der-italienische-Abend.-Ein Sittengemaelde.mp3" type="audio/mpeg" /></audio></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Ende der Republik Südvietnam am 30. April 1975</title>
		<link>https://christianebender.eu/das-ende-der-republik-suedvietnam-am-30-april-1975/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[bender]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 May 2025 10:17:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor 50 Jahren zerstörte der Vietcong die Hoffnung der Südvietnamesen auf ein Leben in Freiheit und ohne Terror. Was wurde ihr Schicksal? Verfolgung und Ermordung wegen Kollaboration mit dem Feind, Umsiedlung, Enteignung, Umerziehung und der bis heute anhaltende Versuch, ihr Gedächtnis und damit ihre Geschichte auszulöschen. Viele traten die Flucht an, oft mit tödlichem Ausgang. &#8230; <a href="https://christianebender.eu/das-ende-der-republik-suedvietnam-am-30-april-1975/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Das Ende der Republik Südvietnam am 30. April 1975“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor 50 Jahren zerstörte der Vietcong die Hoffnung der Südvietnamesen auf ein Leben in Freiheit und ohne Terror. Was wurde ihr Schicksal? Verfolgung und Ermordung wegen Kollaboration mit dem Feind, Umsiedlung, Enteignung, Umerziehung und der bis heute anhaltende Versuch, ihr Gedächtnis und damit ihre Geschichte auszulöschen. Viele traten die Flucht an, oft mit tödlichem Ausgang. Glücklicherweise erreichten manche Deutschland.</strong></p>
<p><a href="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/05/2B01FKW-CPA-Media-Pte-Ltd-Alamy-Stock-Foto.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1641 size-full" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/05/2B01FKW-CPA-Media-Pte-Ltd-Alamy-Stock-Foto.jpg" alt="Panzer der nordvietnamesischen Armee unter der NLF-Flagge auf dem Gelände des Präsidentenpalastes (heute Palast der Wiedervereinigung, Saigon, April 1975)" width="500" height="325" srcset="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/05/2B01FKW-CPA-Media-Pte-Ltd-Alamy-Stock-Foto.jpg 500w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/05/2B01FKW-CPA-Media-Pte-Ltd-Alamy-Stock-Foto-300x195.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 500px) 85vw, 500px" /></a></p>
<figure id="attachment_1640" aria-describedby="caption-attachment-1640" style="width: 500px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/05/2B01CFR-CPA-Media-Pte-Ltd-Alamy-Stock-Foto.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1640 size-full" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/05/2B01CFR-CPA-Media-Pte-Ltd-Alamy-Stock-Foto.jpg" alt="Panzer der nordvietnamesischen Armee unter der NLF-Flagge auf dem Gelände des Präsidentenpalastes (heute Palast der Wiedervereinigung, Saigon, April 1975)" width="500" height="325" srcset="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/05/2B01CFR-CPA-Media-Pte-Ltd-Alamy-Stock-Foto.jpg 500w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/05/2B01CFR-CPA-Media-Pte-Ltd-Alamy-Stock-Foto-300x195.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 500px) 85vw, 500px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1640" class="wp-caption-text">Panzer der nordvietnamesischen Armee unter der NLF-Flagge auf dem Gelände des Präsidentenpalastes (heute Palast der Wiedervereinigung, Saigon, April 1975)</figcaption></figure>
<p><span style="color: #999999;">Fotos: CPA Media Pte Ltd / Alamy Stock Foto</span></p>
<p>Im Palast soll sich das folgende Gespräch bei der Übergabe zugetragen haben: „Im Empfangssaal wartete Staatschef General Minh, seit dreiundvierzig Stunden im Amt. Als ein Offizier des Vietcong den Saal betrat, soll ihn Minh angeherrscht haben: ,Ich warte hier seit dem frühen Morgen, um Ihnen die Macht zu übergeben.‘ Darauf erwiderte der Offizier gelassen: ,Es geht nicht darum, die Macht zu übergeben. Sie können nicht etwas übergeben, was Sie gar nicht besitzen.‘“ So wird die Geschichte in der Reiseliteratur erzählt und so habe ich sie in „Podium und Pampers“ (2010,139) wiedergegeben. Zutreffend ist die Ansicht des Offiziers jedoch nicht: Seit 1949 bestand die Republik Südvietnam mit eigener, wenn auch größtenteils korrupter Regierung und 1954 wurde auf der Indochinakonferenz in Genf der 17. Breitengrad als Grenze zwischen Süd- und Nordvietnam festgehalten. Haben wir diese Vereinbarungen, die nicht nur französisch-amerikanischer Interessenspolitik entsprachen, bei unseren Vietnam-Demos in den 60er Jahren berücksichtigt?</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Lesung aus meinem neuen Roman »Miquelallee«</title>
		<link>https://christianebender.eu/lesung-aus-meinem-neuen-roman-miquelallee/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[bender]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2025 18:56:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Literaturhaus Schleswig-Holstein in Kiel, wundervoll in der Nähe der Förde in einem kleinen Park gelegen, fand am Samstag, den 05. 04. um 16h, eine Lesung des Vereins Nordbuch e. V.  zum Thema Herzensangelegenheit statt. Vermutlich wurde das Thema gewählt, um bei den in Kiel so häufig herrschenden kühlen, um nicht zu sagen: eisigen Temperaturen &#8230; <a href="https://christianebender.eu/lesung-aus-meinem-neuen-roman-miquelallee/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Lesung aus meinem neuen Roman »Miquelallee«“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Literaturhaus Schleswig-Holstein in Kiel, wundervoll in der Nähe der Förde in einem kleinen Park gelegen, fand am Samstag, den 05. 04. um 16h, eine Lesung des Vereins Nordbuch e. V.  zum Thema <em><strong>Herzensangelegenheit</strong></em> statt. Vermutlich wurde das Thema gewählt, um bei den in Kiel so häufig herrschenden kühlen, um nicht zu sagen: eisigen Temperaturen auf das Herz als einem überlebenswichtigen Energie- und Wärmeproduzenten des menschlichen Organismus hinzuweisen. Das Herz verarbeitet günstige nicht-fossile Brennstoffe wie Gefühle, Erlebnisse und Geschichten zu Wärme – einem Material aus dem die Literatur entsteht. Gelegentlich reagiert es jedoch nicht und bleibt kalt.</p>
<h3><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1634 size-medium aligncenter" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/04/Plakat-Lithaus-5.4.-ein-Herz-300x252.jpg" alt="" width="300" height="252" srcset="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/04/Plakat-Lithaus-5.4.-ein-Herz-300x252.jpg 300w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/04/Plakat-Lithaus-5.4.-ein-Herz.jpg 486w" sizes="auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px" /></h3>
<p>Ich las eine kleine Episode vor, die an der <strong>Hauptwache</strong> in Frankfurt spielt, dort wo mein Herz seit meiner Kindheit Wärme produziert. Also etwas für Frankfurt-Fans. Es geht darin um die Tochter, die über Weihnachten in der Wohngemeinschaft zu Besuch ist. Die Mutter hat aber keine Zeit und bittet die Freundin, die sich lieber ausschließlich ihrem Philosophie-Studium widmen möchte, etwas mit der Kleinen zu unternehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Auszug aus „Miquelallee. 1979“</strong></p>
<h2 style="text-align: center;">Hauptwache</h2>
<p>„Sag mal, Ulli, du magst doch Kinder?“ Am späten Abend, als Doro endlich schlief, nahm Mona, sichtlich erschöpft, Ulli zur Seite. „Im Prinzip ja, sie sind, wie du weißt, nach Hegel die Mitte der Liebe, die meisten Kinder mag ich dennoch nicht, sie nerven mich. Sie sind süße kleine Zeiträuber“, gab Ulli wahrheitsgemäß von sich.</p>
<p>„Aber Doro magst du doch?“, hakte Mona nach. „Ja, die schon, sehr sogar!“ Ulli ahnte bereits, was Mona von ihr wollte. Die Freundin kam sofort zur Sache. „Sie mag dich auch, ihr könnt so gut miteinander. Kannst du was mit Doro unternehmen? Im Sommer hat euch beiden der Besuch im Zoo sooo viel Spaß gemacht!“ „Morgen geht es leider nicht, da habe ich noch Seminar“, entgegnete Ulli. Aus Monas Augen schossen scharfe Blicke wie lange dünne Nadeln aus blankem Stahl auf Ulli, die sich sofort getroffen fühlte und einlenkte. „Na gut, ich lass es sausen, für dich und für Doro. Mein Weihnachtsgeschenk. Aber zum Mithelfen beim Kochen habe ich dann no time.“ Mona war erleichtert: „Du bist ein Schatz! Nee, nee, Kochen, das machen wir schon, es soll ja nicht angebrannt oder versalzen schmecken.“</p>
<p>Am nächsten Morgen spielte Doro mit ihren Puppen Verstecken und suchte nach Mitspielern, da ihre Mutter die Wohnung schon vor einiger Zeit verlassen hatte. Draußen zog die Kälte an, der Schnee, der am Tag zuvor gefallen war, schien über Nacht vereist zu sein. Doch zum Schlittenfahren war die dünne Schneedecke noch nicht geeignet, obwohl sie so verführerisch auf den Wiesen im Grüneburgpark und im Palmengarten glitzerte. Ulli suchte für sich und Doro Winterklamotten zusammen und half ihr, den dick gefütterten rosaroten Schneeanzug anzuziehen. Voller bunter Bommeln. Doro sah mit ihren großen braunen Augen und dem rötlich-blonden Lockenkopf so lieb aus, dass Ulli es nicht verhindern konnte, ihr viele Küsse auf die Wangen zu geben. Eingepackt mit Mütze, Schal und Handschuhen kam die Frage: „Wo fahren wir denn hin?“ „Doro, du weißt doch, ich habe kein Auto, im Sommer sind wir ja den ganzen Weg bis zum Zoo gelaufen. Jetzt schaffen wir es bestimmt bis zur Hauptwache. Dort wartet eine Überraschung auf dich! Ein dickes, fettes Schwein, das ganz süß schmeckt.“  „Und das essen wir auf?“ Ihr hoffnungsvolles Stimmchen begeisterte Ulli. „Nicht das ganze, nur ein paar Stückchen davon, oder glaubst du, du kannst ein ganzes Schwein aufessen?“ „Wenn es nicht wegläuft und ich ganz großen Hunger habe!“ „Deshalb müssen wir jetzt los, bevor es wegläuft. Also, ab durch die Mitte!“ Mit diesem Appell ihres Vaters begannen in Ullis Kindheit samstags wie sonntags die endlos langen Spaziergänge mit ihren Eltern, vom Vorder- in den Hintertaunus und wieder zurück.<span id="more-1624"></span></p>
<p>Sie gingen den kleinen Durchgang zum Grüneburgpark am Ende des Palmengartens. Als Doro den Schnee auf der Wiese entdeckte, hörte Ulli nur einen Jubelschrei und weg war sie. Sie schmiss sich auf die dünne Schneedecke und wälzte sich nach allen Seiten. „Warum eigentlich nicht“, dachte Ulli und folgte Doro ohne Rücksicht auf den hellen knöchellangen Pelzmantel, den sie sich aus Monas Garderobe ausgeliehen hatte, und der nun bei den vielen Umdrehungen auf der Wiese von der Mischung aus Schnee und Schlamm unvorteilhafte Dreckspuren abbekam. Das war eben der Preis, wenn man sich einmal so richtig mit einem Kind austobte, so, als ob man selbst noch ein Kind sei. Schließlich kratzten das große und das kleine Kind den Schnee zu kleinen Bällen zusammen und eine wilde Schneeballschlacht begann, die Doro selbstverständlich für sich entschied. Um das kunstvoll aufgetragene Make-up – Mona hatte Ulli dafür wichtige Anregungen gegeben – war es geschehen. Aber was interessieren einen die Schönheitsideale von Männern und Frauen, wenn zwei ungebändigte Kinder die Freuden des Winters genießen und sich beide um die Wette mit Schnee einseifen.</p>
<p>„Ich will nicht mehr laufen.“ Auf dem Weg zur Hauptwache protestierte die Kleine. Sie setzte sich mitten auf den Grüneburgweg hin und wollte keinen Schritt mehr weitergehen. „Wenn wir uns nicht beeilen, ist das Schwein nicht mehr da. Das wartet schon so lange auf uns“, versuchte Ulli die widerspenstige Doro zu begeistern, den Weg fortzusetzen. Die Kleine spürte gerade, dass der weitere Verlauf von ihrem Willen abhing. Sie stellte die Machtfrage. Es dauerte ein langes Weilchen, mit einem Hin und Her von Wünschen und Versprechen, von Überreden und Überzeugen, von Bitten und Aufforderungen, bis die Machtfrage zugunsten von Ullis Plan, den Weg fortzusetzen, entschieden wurde. Doro stand wieder auf, ließ sich den Schnee und den Dreck von ihrem Anzug abklopfen und Hand in Hand ging es weiter. Schließlich schafften sie es bis auf die Zeil.</p>
<p>Als sie am Kaufhof ankamen, war Doros Widerborstigkeit wie weggeblasen. Große Weihnachtsbäume standen an den Eingängen, die Fassaden waren mit Zweigen und Lichterketten dekoriert, von irgendwoher erklang Leise rieselt der Schnee. Wie jedes Jahr zu Weihnachten wurden die Passanten von den wundervoll geschmückten Schaufenstern angezogen. Alljährlich zu Weihnachten präsentierte der Kaufhof phantasievolle Dekorationen aus Steiff-Tieren, Lego-Bausteinen und vielen bunten Spielfigürchen. Jedes Jahr wurden besondere Szenen nachgebaut. Dieses Jahr waren Szenen aus Frankfurt dargestellt. Da standen das kleine und das große Kind lange davor und studierten die Details in den einzelnen Auslagen. Doro machte große Augen und drückte ihre Stirn fest an die Glasscheibe.</p>
<p>Auf einmal erkannte sie im ersten Schaufenster den Frankfurter Zoo mit seinen Flamingos.  „Guck mal, guck mal die Flamingos! Alle stehen wieder auf einem Bein. Da waren wir doch im Sommer“, rief das kleine Kind und stand sofort auch auf einem Bein. „Und dahinter ist das Exotarium mit den gefährlichsten Reptilien der Welt. Siehst du das Auge an dem runden Fenster. Ich glaube, es gehört dem Krokodil“, ergänzte das große Kind. Tatsächlich sah man ein riesiges Auge von einem Krokodil. Es glotzte freundlich interessiert aus dem Fenster des Gebäudes heraus und schien die Betrachter aufzufordern, es einmal in seinem Zuhause, in Dr. Grzimeks Zoo, zu besuchen.</p>
<p>„Das kann nicht rauskriechen. Ulli, du brauchst keine Angst zu haben.“ Doro beruhigte Ulli. „Wenn du dabei bist, habe ich keine Angst“, erwiderte Ulli. „Und du brauchst keine Angst zu haben, wenn ich dabei bin.“</p>
<p>Im nächsten Schaufenster waren tief im Fluss liegende Binnenschiffe und die Brücke, der Eiserne Steg, zu sehen. Es entwickelte sich ein Streitgespräch, ob es sich dabei um den Main oder den Rhein handelte, den Doro von ihrem Zuhause in der Nähe von Bonn kannte. Schließlich entdeckten sie die imposanten Lego-Nachbauten von Dom und Römer. Vor dem Römer stand eine Kutsche, aus der gerade ein künftiger Kaiser zu seiner Krönung ausstieg.</p>
<p>Im letzten Schaufenster machte der Kaufhof für sich Werbung. Mit Tausenden von kleinen Legosteinen hatte man das Kaufhaus mit der Weihnachtsdekoration und den Schaufenstern nachbauen lassen, vor denen Kinder und Erwachsene andächtig standen. Das Glas der Schaufenster war an manchen Stellen vom Atem der dicht davorstehen den kleinen und großen Bewunderer getrübt.</p>
<p>„Guck mal Ulli, da stehen wir“, rief Doro plötzlich.  „Tatsächlich! Das bist du in deinem Schneeanzug mit den Bommeln.“ Ulli, die Spezialistin für Selbstreflexion, war begeistert. „Daneben steht die Mama mit dem langen Mantel. Bist du auch meine Mama?“ Doros Frage war für Ulli schwer zu beantworten. „Naja, irgendwie schon.“ Sie fand, Kindern sollte man die Wahrheit sagen, aber traurig darf man sie nicht machen. „Dann musst du aber auch oft zu deinen beiden Mamas nach Frankfurt kommen! Sonst sind wir traurig.“ Ulli drückte sie fest an sich.</p>
<p>Aber Doro war schon wieder ganz aus dem Häuschen, weil sie im Schaufenster alle möglichen Kinder und Erwachsenen zu entdecken glaubte, die sie von zuhause her kannte. Die Werbung war gelungen! Als sie so richtig durchgefroren waren, wurde es Zeit, sich aufzuwärmen und die angekündigte Überraschung im Untergeschoss des Kaufhofs zu besichtigen und zu kosten. Dort lag nämlich ein dickes rosiges Marzipanschwein faul auf einem Tisch herum. Von ihm konnte man sich Scheiben abschneiden und einpacken lassen, die fabelhaft schmeckten. Reines Marzipan eben.</p>
<p>Schon in Ullis Kindheit, wenn sie mit ihrer Mutter zum Einkaufen auf die Zeil fuhr, war der Besuch dieses Schweins ein vorweihnachtlicher Höhepunkt gewesen, der nicht fehlen durfte. „Ich habe einen so großen Hunger!“ Doro war begeistert. Ulli bestellte eine große Portion mit fünf Scheiben. Die Verkäuferin schnitt sie vom Rüssel des Schweins ab. „Aufhören, das arme Schwein. Das tut ihm doch weh!“, schrie Doro auf einmal. Es war zu spät.</p>
<p>Die Scheiben vom Schweinerüssel wurden schon auf der Waage abgewogen und eingepackt. Ulli dachte kurz darüber nach, dass in Doros Alter die Unterscheidung von Lebewesen und Dingen, etwa nach der Stufentheorie von Piaget, doch eigentlich schon bekannt sein müsste. Trotzdem war es verständlich, dass es wehtat zu sehen, wie einem so lieben Ding wie dem Marzipanschwein der Rüssel gekürzt wird. „Das wächst bis morgen wieder nach“, meinte Ulli. „Dann kommen wir morgen wieder hierher“, piepste Doro. „Aber da ist doch Heiligabend!“, antwortete Ulli.  Das Marzipan schmeckte so vorzüglich, dass auch Doro ihren Schmerz über das faul daliegende Schwein, das scheibchenweise Weise geschlachtet wurde, schnell vergaß.</p>
<p>Die nächsten Programmpunkte waren eine aufregende Straßenbahnfahrt nach Bockenheim und ein Kurzbesuch in der Huss’schen Buchhandlung, schließlich war Doro ein angehendes Schulkind. Ulli verzichtete auf den üblichen längeren Aufenthalt dort, streifte die Auslagen in der Philosophie-Abteilung nur mit wenigen Blicken, wünschte der Chefin ein frohes Fest und widmete sich vorwiegend den Kinder- und Jugendbüchern. Die Kleinmädchenliteratur mochte sie nicht, hatte niemals ein Buch davon besessen. Aber da lag es, das ergreifendste Buch aller Bücher: Wolfsblut von Jack London. Ein Weihnachtsgeschenk für Doro, auch wenn sie es vermutlich erst in einigen Jahren würde lesen können. Das Buch wurde eingepackt. Über die Leipziger Straße ging es zurück nach Hause. Dort stand das Christkind schon vor der Tür.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zeitenwende: Die Dringlichkeit einer neuen Sicherheitspolitik in Europa</title>
		<link>https://christianebender.eu/zeitenwende-die-dringlichkeit-einer-neuen-sicherheitspolitik-in-europa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[bender]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Aug 2024 14:39:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://christianebender.eu/?p=1613</guid>

					<description><![CDATA[Am 2. Juli diesen Jahres erschien ein Interview mit mir in der Onlinepublikation Nomos, das Einblick in Motivation und Beweggründe gibt, die zu meinem jüngsten Buch „Zeitenwende: Der Krieg gegen die Ukraine und eine Politik der Verantwortung in der Tradition Max Webers“ geführt haben. Hier finden Sie das Interview bei Nomos. Nachfolgend ungekürzt. Ein Gespräch &#8230; <a href="https://christianebender.eu/zeitenwende-die-dringlichkeit-einer-neuen-sicherheitspolitik-in-europa/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Zeitenwende: Die Dringlichkeit einer neuen Sicherheitspolitik in Europa“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1616 aligncenter" style="margin-left:0" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2024/08/Zeitenwende-Illustration.jpg" alt="Zeitenwende – Der Krieg gegen die Ukraine und eine Politik der Verantwortung in der Tradition Max Webers. Von Prof. em. Dr. Dr. Christiane Bender" width="600" height="365" srcset="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2024/08/Zeitenwende-Illustration.jpg 600w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2024/08/Zeitenwende-Illustration-300x183.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px" /></p>
<p>Am 2. Juli diesen Jahres erschien ein Interview mit mir in der Onlinepublikation <a href="https://www.nomos.de/" target="_blank" rel="noopener">Nomos</a>, das Einblick in Motivation und Beweggründe gibt, die zu meinem jüngsten Buch „Zeitenwende: Der Krieg gegen die Ukraine und eine Politik der Verantwortung in der Tradition Max Webers“ geführt haben. <a href="https://www.nomos.de/zeitenwende-interview-bender/" target="_blank" rel="noopener">Hier</a> finden Sie das Interview bei Nomos. Nachfolgend ungekürzt.</p>
<div>
<h3>Ein Gespräch mit der Autorin Dr. Christiane Bender über die geopolitischen Herausforderungen und die ethische Verantwortung in der heutigen Zeit</h3>
<p><span id="more-1613"></span></p>
<p>Dr. Christiane Bender, Autorin des kürzlich erschienenen Buches „Zeitenwende: Der Krieg gegen die Ukraine und eine Politik der Verantwortung in der Tradition Max Webers“, diskutiert in diesem exklusiven Interview die entscheidenden Aspekte, die sie dazu inspiriert haben. Die völkerrechtswidrigen russischen Okkupationen und der darauffolgende offene Krieg gegen die Ukraine im Jahr 2022 haben nicht nur die europäische Friedensordnung zerstört, sondern auch eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik erforderlich gemacht. Dr. Bender betont die Notwendigkeit von Maßnahmen, die den Frieden und die Freiheit in Europa in Zukunft besser schützen sollen, und erläutert die Bedeutung einer Ethik der Verantwortung im politischen Handeln.</p>
<p><em><strong>Welche Schlüsselaspekte der aktuellen geopolitischen Situation haben Sie dazu bewegt, Ihr Buch „Zeitenwende: Der Krieg gegen die Ukraine und eine Politik der Verantwortung in der Tradition Max Webers“ zu verfassen?</strong></em></p>
<p>„Meine Schlüsselaspekte waren die völkerrechtswidrige russische Annexion der Krim und der Einmarsch im Donbass im Frühjahr 2014. Russland testete damals die Reaktionen des Westens aus. Von den Minsker Friedensverhandlungen nicht entmutigt, begann Putin im Februar 2022 einen offenen Krieg gegen die Ukraine, begleitet von einem schonungslosem Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung und die dortigen Infrastrukturen. Erschüttert verfolgte ich diese Entwicklung. Ich fühle mich Menschen nahe, die, wie die ukrainische Bevölkerung, nach freiheitlich-modernen Lebensformen und Unabhängigkeit von Fremdbestimmung streben. Auch gehöre ich einer Generation an, die jeden Schritt zur Entspannung in Europa, die Wiedervereinigung und die Beendigung der Ost-West-Konfrontation, leidenschaftlich begrüßte. Europa, das heißt für mich, in Frieden und Freiheit in einer Gemeinschaft von Staaten zu leben, die ihre Souveränität gegenseitig anerkennen und sich an die von ihnen unterzeichneten Verträge und Abkommen (Charta der UN, Charta von Paris) halten. Dazu gehört auch, dass Konflikte auf diplomatischem Weg, ohne Androhung oder Anwendung von Gewalt, gelöst werden. Mitanzusehen, wie diese gewachsene vertrauensvolle Kultur der Begegnungen, des Erfahrungsaustauschs und der Kooperation durch den russischen Krieg zerstört wird, ist schwer zu ertragen.“</p>
<p><em><strong>In Ihrem Buch betonen Sie die Notwendigkeit einer Neuausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik. Könnten Sie uns einige konkrete Maßnahmen oder Strategien vorstellen, die Sie für besonders wichtig erachten, um den Frieden und die Freiheit in Zukunft besser zu schützen?</strong></em></p>
<p>„Ein Teil der Bevölkerung und der politischen Klasse ging hierzulande davon aus, dass die Landesverteidigung für Deutschland, mitten in Europa gelegen und mit Russland eng verbunden, sicherheitspolitisch bedeutungslos wird. Während meiner Zeit an der Universität der Bundeswehr in Hamburg wurden nicht nur die Streitkräfte reduziert und die Wehrpflicht ausgesetzt, auch die Diskussion über nationale Sicherheitsstrategien verschwand aus dem politischen Diskurs. Erst die Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz, drei Tage nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, führte zu einer gesellschafts- und sicherpolitischen Neuausrichtung. Die Unterstützung der Ukraine und die Modernisierung der Bundeswehr erhielten höchste Priorität. Endlich nahm Deutschland, die stärkste europäische Wirtschaftsmacht, in Angriff, den geforderten Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung in der NATO zu leisten und dort den Aufbau der europäischen Säule voranzubringen. Dringend geboten ist die schrittweise Umsetzung der Initiativen zur Personalrekrutierung und Verankerung der Bundeswehr in der Bevölkerung durch eine moderne Wehrpflicht für Männer und Frauen. Die Neuausrichtung geschieht unter Zeitdruck. Inzwischen rüsten weltweit eng verbundene Aggressoren gegen die freiheitlichen Gesellschaften auf. Die Realisierung des Konzepts der Bundesregierung für eine integrierte Sicherheitsarchitektur, die innenpolitisch Schutz gegen Cyberwar, Informationskrieg und Spionage bieten muss, wird tagtäglich herausgefordert.“</p>
<p><strong><em>Sie sprechen von einer Ethik der Verantwortung, die in allen gesellschaftlichen Bereichen erforderlich ist, um mit den Herausforderungen der Zeitenwende umzugehen. Können Sie uns näher erläutern, was Sie unter dieser Ethik verstehen und wie sie sich in praktisches Handeln umsetzen lässt?</em></strong></p>
<p>„In meinem Buch greife ich Max Webers Lehren zu einer Verantwortungsethik in der Politik auf. Unmissverständlich betont dieser Klassiker, dass es die vordringlichste Aufgabe der Politik ist, Verantwortung für die Sicherheit des Staates zu übernehmen. Politiker benötigten dafür vorurteilslosen Sachverstand. Wer demnach in seinem Handeln dem Motto folgt „Weil … nicht sein kann, was nicht sein darf“ (Christian Morgenstern), meint es vermutlich gut, aber letztlich schädigt er die Gemeinschaft, für die er Verantwortung trägt. Meine Analysen zeigen, dass die deutsche Politik zwar Gutes beabsichtigte, in der Sicherheitspolitik aber zu lange zögerte, im Bündnis mit der NATO und der EU vorbeugende Maßnahmen gegen Übergriffe Russlands zu ergreifen. Auch innenpolitisch ist in den letzten beiden Kabinetten von Angela Merkel ein gewaltiger Reformstau („Prokrastination“) entstanden – m. E. Ausdruck einer allgemeinen Krise der Führungskultur. Führungskräfte tun sich seit Langem schwer, ihre Macht und Herrschaft in nachvollziehbare Autorität umzusetzen. In ihrem Bemühen, es allen recht zu machen, verlieren sie den Blick auf „das Ganze“. Sie setzen keine Prioritäten, geben den Individuen persönlich zu wenig Orientierung und die Gemeinschaft vermittelt kaum noch Zugehörigkeit, die schützt. Eine Folge ist die Erosion des Sozialen und die Erzeugung von zerstörerischer Gegenmacht, die sich vom Ethos der Freiheit abwendet. In schwierigen Zeiten der inneren und äußeren Bedrohungen durch Aggressoren bedeutet Verantwortungsethik eine überzeugende Politik, orientiert an Machbarkeit und Stabilität der Arbeits- und Lebenswelt der Bevölkerung, von der zu erwarten ist, dass sie ihre Erfahrungen und Energien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Freiheit einbringt.“</p>
</div>
<p><!--more--></p>
<p><!--more--></p>
<p>Europa, das heißt für mich, in Frieden und Freiheit in einer Gemeinschaft von Staaten zu leben, die wechselseitig ihre Souveränität anerkennen und sich an die von ihnen unterzeichneten Verträge und Abkommen (Charta der UN, Charta von Paris) halten.</p>
<hr />
<div>
<p>Dr. Benders Buch „Zeitenwende: Der Krieg gegen die Ukraine und eine Politik der Verantwortung in der Tradition Max Webers“ ist ab sofort erhältlich. Es wurde im Jahr 2024 von Academia veröffentlicht, umfasst 342 Seiten und ist unter der ISBN 978-3-98572-073-6 verfügbar.</p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neu erschienen: Zeitenwende</title>
		<link>https://christianebender.eu/neu-erschienen-zeitenwende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[bender]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jun 2024 15:52:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neue Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitenwende]]></category>
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					<description><![CDATA[„Zeitenwende“ lautet der Schlüsselbegriff zum Verständnis der Gegenwart. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat zur Zerstörung der europäischen Friedensordnung geführt. Die lang gehegte Hoffnung ist erschüttert worden, zwischenstaatliche Konflikte nach dem Gebot des Völkerrechts ohne Gewaltanwendung durch Verhandlungen und Dialog beizulegen. Daraus resultieren Unsicherheiten und Risiken. Deutschland reagiert mit einer längst überfälligen Neuausrichtung seiner &#8230; <a href="https://christianebender.eu/neu-erschienen-zeitenwende/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Neu erschienen: <em>Zeitenwende</em>“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" style="width: 40%; float: left; margin: 0 25px 10px 0;" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2024/06/cover_978-3-98572-073-6-Zeitenwende-600x890-1.jpg" /></p>
<p style="width: 49,9%;">„Zeitenwende“ lautet der Schlüsselbegriff zum Verständnis der Gegenwart. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat zur Zerstörung der europäischen Friedensordnung geführt. Die lang gehegte Hoffnung ist erschüttert worden, zwischenstaatliche Konflikte nach dem Gebot des Völkerrechts ohne Gewaltanwendung durch Verhandlungen und Dialog beizulegen. Daraus resultieren Unsicherheiten und Risiken. Deutschland reagiert mit einer längst überfälligen Neuausrichtung seiner Sicherheitspolitik. Deren Ziel besteht darin, den Frieden und die Freiheit künftig besser zu schützen und wirksamer zu sichern. Mehr denn je wird daher in allen gesellschaftlichen Bereichen künftig ein Handeln im Sinne einer Ethik der Verantwortung erforderlich sein. Die vorliegende Studie stellt zeitgeschichtliche, soziologische, politikwissenschaftliche und ethische Analyse dazu bereit. Sie richtet sich an Lesende, die Lösungen für die mit der Zeitenwende zutage getretenen Probleme suchen.</p>
<p style="clear: both;">Academia, 2024, 342 Seiten, broschiert – ISBN 978-3-98572-073-6</p>
<p style="clear: both;"><a href="https://www.nomos-shop.de/academia/titel/zeitenwende-id-112734/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Beim Verlag bestellen</a></p>
<p><a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/politische-buecher/nachgeholte-weisheit-19929056.html" target="_blank" rel="noopener">„Nachgeholte Weisheit“</a> – Rezension von Frank Decker (F.A.Z. v. 20.08.2024)</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Willkommen</title>
		<link>https://christianebender.eu/willkommen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[bender]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2024 16:56:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1610 size-full" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2025/09/Christiane-Bender-Header-mit-Begruessungstext-03.jpg" alt="Herzlich willkommen auf meinen Internetseiten, es freut mich, Sie hier zu begrüßen. Das gibt mir die Möglichkeit, Ihnen meine Publikationen, Projekte und Pläne vorzustellen." width="1536" height="541" /></p>
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		<title>Peace, War and International Ordering</title>
		<link>https://christianebender.eu/peace-war-and-international-ordering/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[bender]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 May 2024 15:06:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitenwende]]></category>
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					<description><![CDATA[Vom 13. bis zum 18. Mai fand im Inter-University Centre (IUC) Dubrovnik die Vortragsreihe „Peace, War and International Ordering“ (Social Philosophy) statt. Leitung: Dragica Vujadinovic; David Rasmussen; Patrice Canivez; Hauke Brunkhorst Lesen Sie im Folgenden Auszüge aus meinem Vortrag: New Realities of Power without a New World Order? Vor zwei Jahren wies ich in meinen &#8230; <a href="https://christianebender.eu/peace-war-and-international-ordering/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Peace, War and International Ordering“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 13. bis zum 18. Mai fand im Inter-University Centre (IUC) Dubrovnik die Vortragsreihe „Peace, War and International Ordering“ (Social Philosophy) statt. Leitung: Dragica Vujadinovic; David Rasmussen; Patrice Canivez; Hauke Brunkhorst</p>
<p style="margin-bottom: 0;">Lesen Sie im Folgenden Auszüge aus meinem Vortrag:</p>
<h1 style="margin-top: 0;">New Realities of Power without a New World Order?</h1>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1525" src="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2024/05/image5.jpg" alt="Inter-University Centre Dubrovnik" width="1460" height="640" srcset="https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2024/05/image5.jpg 1460w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2024/05/image5-300x132.jpg 300w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2024/05/image5-1024x449.jpg 1024w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2024/05/image5-768x337.jpg 768w, https://christianebender.eu/wp-content/uploads/2024/05/image5-1200x526.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></p>
<p>Vor zwei Jahren wies ich in meinen Ausführungen auf die Bedeutung der vielfältigen, von der Sowjetunion und dann von ihrer Rechtsnachfolgerin, der Russischen Föderation, unterzeichneten Regelwerke hin (die <em>Magna Charta der UN</em>, <em>die Charta von Paris</em> als Schlussdokument der KSZE, der NATO-Russland-Grundakte etc.). Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und dann des Kalten Kriegs bildeten sie die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben und für partnerschaftliches Kooperieren. Sie zeigten zudem Wege auf, die erreichte Ordnung sukzessive zu verbessern. Die <strong>Einhaltung des Gebots der Achtung der staatlichen Integrität und Souveränität sowie des Verbots der Androhung oder gar Anwendung von Gewalt</strong> war und ist für diese Friedensordnung in Europa und weltweit essenziell. In diesem Kontext der Völkerverständigung entstanden vielfältige Institutionen mit Gesprächsforen (u. a. die OSZE, der Europarat), die sich der Aufgabe widmeten, ehemalige Kontrahenten zusammenzuführen und Verhandlungslösungen für neu entstandene Konflikte zu generieren.<span id="more-1524"></span></p>
<p>Zum 300. Geburtstag von Immanuel Kant aus Königsberg wird in diesem Jahr vielfach an seine Idee vom <em>ewigen Frieden</em> erinnert. Der Philosoph spricht dabei von einer <em>regulativen Idee</em> zur Orientierung der geschichtlich Handelnden. Er verstand darunter jedoch keine Realitätsbeschreibung. Ihm war leidvoll bekannt, dass die Empirie in der Geschichte immer konfliktreich ist, viel zu wünschen übrig lässt und der reale Frieden von Kriegstreibern bedroht wird. Aber als Orientierung und Ziel von gemeinsamen Anstrengungen sei die Vision vom <em>ewigen Frieden</em> so vernünftig wie unerlässlich, so konstruktiv wie produktiv. Sich nicht an ihr zu orientieren, führt unweigerlich zur Destruktion und letztlich sogar zur Selbstauslöschung. Da Kant nicht von einem Ende der Geschichte und einer <em>vollkommenen Friedensherrschaft</em> ausging, würde er vermutlich der Notwendigkeit zugestimmt haben, die historisch bereits erkämpfte Friedensordnung (nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Alliierten und danach durch die <em>Entspannungs- und Abschreckungspolitik</em> des Westens und die Unabhängigkeitsbewegungen in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion) zu schützen, um sie, wenn nötig, vor Angriffen verteidigen zu können.</p>
<p>Die Sowjetunion trat bereits 1945 zusammen mit der Ukraine und Weißrussland (Belarus) der UNO bei und wurde Mitglied des Sicherheitsrats. Doch schon in den Hochzeiten der <em>regelbasierten Ordnung</em> in Europa ließ ihre Rechtsnachfolgerin, die Russische Föderation, mit der Anwendung von Gewalt innerhalb und außerhalb der Föderation erkennen, dass sich der russische Präsident nicht mehr von den Verträgen leiten lässt, die im Namen der Friedensidee unterzeichnet wurden. Immanuel Kant hätte hier vermutlich den friedenswilligen Regierungen dringend geraten, die Maxime <em>si vis pacem para bellum</em> zu befolgen – frei übersetzt: „Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor“. Die Befolgung dieser Maxime, den Frieden durch Abschreckung zu erhalten, soll potenzielle Aggressoren davon abhalten, friedliche Staaten anzugreifen und ihr Territorium in ein Schlachtfeld zu verwandeln.</p>
<p>Kants Vorstellung, dass republikanische Staaten, in denen die Bevölkerung die Politik bestimmt und kontrolliert, weniger dazu neigen, Kriege anzuzetteln, gilt noch immer. In Autokratien (wie Russland, China, Iran) setzen die selbstgewiss agierenden Mächtigen ihre Machtpolitik an die Stelle von Recht, schalten möglichst alle Kontrollinstanzen aus und respektieren weder die<em> unveräußerbaren und unteilbaren Menschen- und Freiheitsrechte ihrer Bevölkerung</em> noch deren Interesse an einem allgemeinen Zugang zu Arbeit, Bildung und Wohlfahrt. Für die Machtpolitiker in autoritären Regimen gelten im Inneren <strong>Rechtsstaatlichkeit</strong> und in den internationalen Beziehungen <strong>rechtsgültig vereinbarte Verträge</strong> (etwa die <em>Charta der Vereinten Nationen</em> und <em>Charta von Paris</em>) nicht als <strong>Werte an und für sich,</strong> woran man sich, auch in Krisen, zu halten hat.</p>
<p>Bedauerlich ist, dass autokratischen Kriegsherren noch immer Verständnis entgegengebracht wird für ihr aggressives, terroristisches Vorgehen. Es wird gesagt, die bestehende Friedensordnung sei zu unvollkommen, Russland habe das Bedürfnis nach gesichertem Zugang zum Meer und zu Häfen oder das Regime leide an seinen <em>Phantomschmerzen</em> etc. Aus all diesen möglichen Anlässen erwächst jedoch keine Legitimität zur Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen andere Länder oder Völker und dafür, die eigene Machtpolitik bedenkenlos gegenüber den Folgen des Handelns durchzusetzen statt auf der Basis des Völkerrechts Lösungen für Konflikte zu erarbeiten. <em>Pacta sunt servanda. </em></p>
<p>Davon kann bei vielen Akteuren, die derzeit ihre Macht mittels Gewaltandrohung und offener oder verdeckter Gewaltausübung auf Kosten anderer Staaten ausbauen wollen, keine Rede mehr sein. Ich werde mich im Folgenden mit den bereits genannten Staaten (Russland, China, beide sind Mitglied im Sicherheitsrat, und dem Iran) befassen. Ihre strategischen Ziele sind darauf gerichtet, ihren Machtwillen an die Stelle der Geltung der regelbasierten Friedensordnung zu setzen. Diese Staaten verbindet die Ablehnung eines freiheitlichen Lebensmodells und die Aggression gegen den bisherigen <strong>Hüter dieser Ordnung, gegen die USA</strong>. Ihre Allianz (nun auch mit <em>Nordkorea</em>) zeigt sich in Verabredungen ihres Vorgehens, in der Unterstützung mit Waffenlieferungen, in forcierten wirtschaftlichen Beziehungen, im Werben um die <em>BRICS-Staaten</em> (besonders um <em>Brasilien</em> und <em>Indien</em>), in der <em>Eurasischen Union</em> und in der Ausdehnung ihres Einflusses auf die von Militärregimen geführten <em>Länder der Sahelzone</em> (<em>Mali,</em> <em>Niger,</em> <em>Burkina Faso</em>). Vor allem aber geht es um die Eskalation <em>der strategischen Herausforderungen für die Amerikaner</em> in Europa, im Nahen-Osten und in indopazifischem Raum. Keiner dieser Konflikte kann isoliert betrachtet werden.</p>
<p>Ich beginne zunächst mit dem großen Versäumnis des Westens gegenüber Russland und greife dabei nochmals auf meine Darstellung von vor zwei Jahren zurück. Allerdings zeige ich auf, dass der Blick von heute erweitert werden muss, denn die Ereignisse von 2014 stellten bereits einen <strong>strategischen Test</strong> für die Möglichkeit weiterer Eskalationen dar. Anschließend gehe ich auf die beiden anderen gewaltaffinen Staaten, auf China und den Iran, ein. Dabei stellt sich die Frage: Wodurch kann verhindert werden, dass die aktuellen und die potenziellen Aggressoren, die schon in den Startlöchern sitzen, gezügelt werden können? Denn sie erhoffen sich von den weltweit ausbrechenden Kämpfen große Vorteile. Mit Überlegungen dazu schließe ich meinen Vortrag ab.</p>
<p>–––</p>
<p>* Das allgemeine Gewaltverbot legt Artikel 2 Ziffer 4 der Charta der Vereinten Nationen fest: „Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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